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Braubacher Platt
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Die Lieder stammen aus einem Liederbuch zu den Familienfeiern des Braubacher Winzervereins von 1903. Gereimt und zusammengesetzt von Karl Gran
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Unnerstadt du best mei Freid
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Lang genung tat ich nun schweie, weil ess die Gedold mir ous; wot mir off dem Herz dout leie, alleweil muß et mol erous: Wenn von Braubach ess die Rede, meent man stets die Oberstodt. Awer für uns Unnerstädter, kaner ebbes übrig hot.
Dat stieht fest: seit tausend Johre, niemand dron zu zweifle hot, stets die beste Bürger wore emmer in der Unerstodt. Und mir halle aach zusamme, jeder dout stets wot er kann. Gilts zu rote, gilts zu wähle, stieh mir all, wie ane Mann.
Dout Ihr uns Spießbürger nenne, mache mir uns gor nix drous, dout uns „Kelterhaiser“ schenne, lache mir Euch doch noch ous. Säht ma aach, die Oberstädter, hätte früher ausgeschlof, dann soh´n ätsch als Unerstädter: Feine Lett stieh net früh off.
Und en richt´ger Unerstädter, gieht de irschte Gang zum Rhein, guckt emol no Wend un Wetter, nooch Gewölk und Sonnenschein. Kann ach Owends net gout leie, wore net am Rhein gewest, hot geguckt, nooch Scheff und Wasser, hot e bische noch prozeßt.
Allweil hot Ihr Oberstädter, ach emol dot Maul gestoppt, emmer Hoobsche an Gezeter, immer wurd on uns geroppt. Amtsg´richt, Pfarr- hous, da det Rot´hes, da die Kerch kom of die Lenn, Schul- und Krankenhous, Kreditkass, awwer alles nimmt e Enn.
Alles wollten se so fresse, aach dot Bähnch wurd geschlaucht, doch so hatte ganz vergesse, dass su´n Ding qualmt und raucht. Wer zuletzt lacht, lacht am beste, denn gewendt hot sich dot Blott, Rauch und Dreck dout net verpeste, unsre leiwe Unerstodt.
Philippsburg und Moort dot hommer, e Vereinshaus bald in Sicht, ess dä Damm am Rhein en Jommer, hon mir doch wot glücklich micht: Rouh, fresch Luft, am Rhein e Denkmol, alter Kerchturm, biedre Leit, Allee, Anlag, Landungsbrecke, Unnerstadt, dou best mei Freid.
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Mei Braubach
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Dort wo dä Rhein am schienste eß Im alten Nassauer Land Do leit mei alt lieb Heimatnest Allüberall bekannt; Ka Städtche besser mir gefällt.
Alt eß et, mieh wie tausend Johr, Und „Braubach“ wird’s genennt, On seine Mauern, manchem Tor Hot sich der Feind gerennt Blutig die Köpp, long eß dot her Denn stark wor Braubachs Bürgerwehr.
Met seine saubre Gässchen lehnt Und zieht sichs um den Berg Dot neie Braubach aber dehnt Zur Schlierbach hin sich zwerch, En Stonn die braucht ma, wenn Man well von dem zum anre Enn.
Un wer dä Rhein eronner kemmt, Wer kemmt vom Rhein eroff Ob heimisch er eß, oder fremd, Dem fällt die Marksburg off. Den Braubacher ihr Ideal Und für die ganze Welt net faal.
Stolz guckt se über Braubach hin Huchstrebend und so frei, Met seinem alte Wempel kühn, Mit Tore und Bastei Mit ihre Wergäng, Batterie, Om Rhein, findst du ka Burg wie die.
Von ville ville tausend Leit Wird sie so gern besucht Von überall her weit und breit Und schreiben sich ins Buch, Aach Kaiser Wilhelm, Friedrich wert Hot sie schon mit Besuch beehrt.
Und um dot Städtsche schließen sich Die grüne Berge onn Do wachse, blühe, reife, frisch Die Trauben in der Sonn Und wot die gäwe für en Wein Hei seht Ihr ihn im Glas so fein.
Noch Lohnschte zou in der Gemork Wie ähm det Herz do lacht; In Felder, Gärte aller Ort, Et eß die wohre Pracht Buhne, Gemies, im Blütenflahm Die Persche-, Äppel-, Birebaam.
Wo on dem Rhein, der Landebrück Anlegt der Schiffe Pracht Hot man met Fleiß und mit Geschick En Anlag fein gemacht. Von Sträucher, Blume- Rosehänk Dazwischen stiehn zum Sitze Bänk.
Von Bellebaam fast ganz verdeckt Det Kriegerdenkmal ragt , Von Bodo Ebhardt, Architekt Eß dä Entwurf gemacht Weil hübsch er stellt die Marksburg her Eß Braubach Ehrenbürger er.
Und in der Anlag nebe dran Do steiht en große Stein E Bild eß dron vom Vater Jahn Erricht vom Turnverein. Und dann en schien Kastanchallee So gibt’s am ganze Rhein ka meh.
Und owe sieht man off dem Berg Ganz zwische Gräber still Dot alt Kapellche Merteskerch Als wunderscheen Idyll Und owe im Dinkholder Tal Da quillt e Wasser, schmeckt nach Stohl.
Wer Bleichsucht hat und davon trinkt Der wird sofort gesond Auch bei Salzburn ehm dot gelingt Im Dachsenheiser Grond Ach hatte mir en Eckelborn Dä hot sich in die Grub verlorn.
Und in den Tälern Wiese grün, En schiener Buchewald Mit Aussichten, Spaziergäng drinn, Mit schönem Aufenthalt. Dä Rhein, die Schiff, Berg und Gemark Do wird Gemüt und Herz ehm stark.
Erzähle kann man Alles net Man muß dot selber sehn Und läwe drenn und wirke mett Dann eß dot Läwe schön. Drum ruf ich’s heit und jederzeit Mein Braubach best und bleibst mei Freid
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Wer die Seiten " Historisches " einmal gelesen hat und sich für die " alte " Sachen von Braubach interessiert, sollte bei Gelegenheit wieder mal reinschauen. Ich bemühe mich diese Seiten zu erweitern. Wer weiß denn heute noch:
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dass Braubachs Bürger bis 1618 als wohlhäbig galten und nur wenige Jahre später so arm waren, dass sie Gras essen mussten,
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oder, dass ein "Braubacher" den Westfälischen Friedensvertrag unterzeichnete,
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die Stadt dem Waffenmeister 20 albus zahlte, weil er 47 Totenkörper der Franzosen in den Rhein gestoßen hatte,
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auch die zweite Burg, "Rhinberg", die nicht mehr existiert, wird erwähnt.
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Hellmuth Gensicke schreibt im Buch " Geschichte der Stadt Braubach": Von den großen Pestepidemien des 14. Jahrhunderts, die sicher auch Braubach nicht verschont haben, weiß man hier nichts. Oder doch?
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warum Braubach überhaupt Stadtrechte bekam,
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die Gottesdiener nur wegen dem Weinbau an Braubach interessiert waren.
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